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Bielefelder Prominente für die Juleica (Zeitungsbericht aus der Neuen Westfälischen)

Bielefeld. Vier prominente "Zugpferde" hat Marcus Lufen für den Bielefelder Jugendring und dessen Wiederbelebungs­versuche der Julei ca gewinnen die Jugendleiter-Card, die jungen Ehrenamtlichen ihren Job versüßen soll. Zuletzt bot die Karte kaum noch Vorteile, jetzt wollen Bürgerstiftungs-Vorsitzende Anja Böllhoff, Oberbür­germeister Eberhard David, Arminen-Manager Thomas von Heesen und Comedian Ingo Oschmann für die Julceica wer­ben - und mögliche Sponsoren dazu bewegen, den etwa 1.000 Kartenbesitzern eine Vergünsti­gung anzubieten.

Lufen, der für den Jugendring und seine 42 Vereine die Julceica wieder beleben will, freut sich über die prominenten Helfer. Mitte April soll ein Bonusheft er­scheinen, das alle Vergünstigun­gen für Julceica-Inhaber auflistet. Erste Förderer gibt es: einen Rad­laden, ein Kino. Lufen hofft noch auf ein, zwei Knaller. Viele der Jugendlichen, die sich ehren­amtlich - zum Beispiel bei der evangelischen Jugend engagie­ren, wünschen sich bessere Ta rife in Bussen und Bahnen, in Schwimmbädern, im Kino. Für sie wäre all das eine Aufwertung ihres meist zeitintensiven Enga­gements, zuletzt erfüllte die Julceica nur noch ihre zweite Auf­gabe, sie diente als Qualifikati­onsnachweis. Vier Bielefelder Promis wünschen sich eine aufgewertete Juleica.

Anja Böllhoff: "Es tut Jugend­lichen gut, sich in Netzwerken für andere zu engagieren. Sie be­kommen viel zurück, was ihre ei­gene Persönlichkeit stärkt. Die Julceica motiviert Jugendliche, sich mehr zu engagieren als not­wendig ist. Deshalb unterstützte ich die Julceica, zumal sie auf ein Engagement in qualifizierter Form setzt. Langfristig hilft das allen auf dem Weg zur Bürgergesellschaft, weg von der Spaßgesellschaft, die wir aber eh nicht nur sind. Ich habe schon gute Erfahrungen mit den Falken und dem Jugend­ring gemacht habe, fördere ich das jetzt besonders gerne."

Thomas von Heesen: "Die Motivation junger Menschen, hochgeschraubt werden. Das Eh­renamt - oft mit viel Herzblut ausgeübt - kann nicht hoch genug gehängt werden. Auch wir bei Arminia Bielefeld denken darüber nach, wie wir Julceica-Inhaber fördern können - da dürfen wir uns einfach nicht verschlie­ßen."

Eberhard David: "Erfreulich ist, dass sich trotz gängiger Vor­urteile viele junge Menschen engagieren, oft unbemerkt von der Öffentlichkeit. Der Besitz der Julceica ist schon ein Stück öffentliche Anerken­nung. Von Anfang an aber ist es auch eine Idee der Karte gewesen Inhaber mit besonderen Rechten und Vergünstigungen durch Wirtschaft, Handel und öffentliche Einrichtungen auszustatten. In Bielefeld besteht hier Nachholbedarf. Junge Men­schen, die ihre Freizeit der Gesellschaft zur Verfügung stellen haben mehr verdient als ein Wort des Dankes."

Ingo Oschmann: "Eine gute Sache, diese Julceica. Ehrenamtli­chen muss man ihre Arbeit sehr hoch anrechnen, wer engagiert sich denn heute noch, ohne da­für Geld zu bekommen? Der Ju­gend einen Anreiz zu geben, finde ich voll in Ordnung. Und, mal ganz ehrlich, es tut doch den Firmen nicht weh, wenn sie Jugendliche mal umsonst ins Kino lassen. In einer Gesell­schaft, in der niemand dem ande­ren die Butter auf dem Brot gönnt, ist das Ehrenamt sehr wertvoll."

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